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Archiv der Kategorie ‘Medien(philosophisches)‘

Clay Shirky – Teaching and Learning with Technology

Freitag, den 30. Dezember 2011

We have come through a phase where we’ve said let’s take the university and add some internet. That will go great, and what we have discovered is some things go great, but a lot of stuff doesn’t fit.

Because it’s not just about adding new tools to an existing ecosystem, it’s about building a new ecosystem. The way we communicate with each other creates the environment that we share. Changes in the way we communicate with each other change the environment we share. And we are in the middle of a big set of changes.

 

Source: 2011 Teaching and Learning with Technology Symposium

 

 

Knowledge in the network is now more important than that of any one group or individual…

Dienstag, den 20. September 2011
Letting Go
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Karten für das Datenmeer

Mittwoch, den 6. Juli 2011

So wie durch die Weite des Ozeans ab 1492 schlagartig ein neuer Orientierungsbedarf entstand, wächst heute das Bedürfnis nach Orientierung im sich immer weiter dehnenden Datenozean. Die Lösungen damals hiessen Karte und Chronometer und sollten allen exakt die gleichen Ergebnisse liefern. Heute heissen sie Mapping und App-ing – und liefern jedem sein ganz individuelles Ergebnis. Wir bewegen uns damit zurück zu jenem Mittelpunkt des Universums, aus dem wir von Kopernikus vertrieben wurden.

 

Detlef Gürtler, “Karten für das Datenmeer”, in: GDI IMPULS, Nummer 2 . 2011

 

Veränderung des Wissensbegriffs – Neuer Wein in neuen Schläuchen | The European

Mittwoch, den 12. Januar 2011

Veränderung des Wissensbegriffs

Neuer Wein in neuen Schläuchen

Angesicht der rasanten technischen Entwicklung steht auch das Bildungssystem vor großen Herausforderungen. Eine gute Gelegenheit zu überdenken, wie und welches Wissen wir eigentlich vermitteln wollen. Moderne Technologien bergen hierbei ein Füllhorn an Möglichkeiten.

Die Krisen der Computergesellschaft – Baecker-Fragmente

Samstag, den 17. Juli 2010

Dirk Baecker im Gespräch mit Roger de Weck in der Sendung: Sternstunde Philosophie des Schweizer Fernsehens

Dirk Baecker geht von seiner These aus:

Jedes neue Verbreitungsmedium kann als Ueberforderung der vorherigen Gesellschaftsform betrachtet werden. Das heisst also, dass sich das neue Leitmedium zuerst einmal als Problem für die überlieferten sozialen Strukturen darstellt und von der Gesellschaft typischerweise abgelehnt wird. Dieses Muster wiederholt sich seit der Einführung der Schrift in der antiken Gesellschaft.

Beispielsweise stellte der Übergang der Schriftkultur zum Buchdruck ein Problem dar, weil man mit dem neuen Medium des Buchrucks viel mehr machen konnte als im alten Medium der Schrift. Und mit diesem “Überschusssinn” muss die (nächste) Gesellschaft fertig werden. in seinem Buch: “Studien zur nächsten Gesellschaft” zeigt Becker, welchen Herausforderungen sich die jeweilige Gesellschaft stellen musste und wie sie diesen Überschusssinn jeweils in die Schranken gewiesen hat:

Im Medium der Schrift kommunizieren auch Abwesende, das heisst Leute, deren Vorschläge und Forderungen man nicht durch den Verweis auf die Grenzen von Ritualgesellschaften kontrollieren kann. Im Medium des Buchdrucks wird die Möglichkeit des kritischen Vergleichs massenhaft verfügbar.

Baecker, 2007

Die antike Idee, dass alles seinen Platz und seinen Zweck hat, bändigte den Schriftsinn. Die moderne Idee, dass die Unruhe, der Zweifel, das prekäre Gleichgewicht eine bessere Verankerung für Selbstgewissheit liefern (Decartes’ cogito ergo sum, in dem das Denken vor allem ein Zweifeln ist) als jede Beschwörung der Substanz, des Wesens der Dinge, bändigt bis heute den Überschusssinn des Buchdrucks. Und die mathematische Idee einer Form (George Spencer-Brown),  die sowohl Anschlusssicherheit im Moment als auch mitlaufende Beobachtung des eigenen Nichtwissens gewährleistet, könnte geeignet sein, die Probleme der Einführung des Computers aufzufangen.

Roger de Weck: Ist surfen nicht das Wort für die Oberfläche bzw. für die Oberflächlichkeit?

Dirk Baecker: “Nein, überhaupt nicht, im Gegenteil: Surfen (wenn man das im kalifornischen Sinne wörtlich nimmt) ist ein extrem geduldiges, extrem leistungsbewusstes und anstrengendes Unterfangen, das mich auf eine ausserordentliche Art und Weise mit den unberechenbaren Strömungen eines Meeres in Verbindung bringt, das stundenlang die Chance anbietet, sich z. B. vor der Küste Kaliforniens in einer Community zu finden und sich Gedanken zu machen, was eigentlich auf dem Kontinent, auf dem Festland los ist.”

“Surfen ist die Position einer scharfen Beobachtung des eigenen Untergrundes, von dem man weiss, dass man nicht weiss, was sich unter einem abspielt und der Beobachtung, wo kommen wir eigentlich her und wie können wir unsere Erfahrungen, die wir hier draussen machen, in der Gesellschaft zum Tragen bringen? Es hat also nichts mit Oberflächlichkeit zu tun. Es hat eher etwas mit einer horizontalen Vertiefung zu tun und nicht unbedingt mit einer vertikalen.”

Der in der Aufklärung Verhaftete wird im Umgang mit neuen Medien die lange Aufmerksamkeitsspanne, den vertieften Umgang mit dem Text, das sogenannte “nahe Lesen” bemängeln, sagt Roger de Weck.

Dirk Bäcker: ” Wir werden diese Art von Lesen ergänzen müssen durch  ein schnelles, hüpfendes Zur-Kenntnis-nehmen von Weltsachverhalten, das eine neue Art von Aufmerksamkeit erfordern wird. Die neue Art von Konzentration besteht nicht mehr (nur) darin, in die Tiefe eines Textes einzusteigen (und unter uns gesagt, da ist eh wenig zu finden ausser den Problemen, die vielleicht ein Autor mal hatte, als er anfing dieses Buch zu schreiben).”

Müssen wir also nicht eher eine Form der Konzentration entwickeln, die (wie uns auch die Buddhisten lehren) eher etwas mit einer “schwebenden Konzentration” zu tun hat, wo ich mich also beim Lesen eines Textes oder Buches gleichzeitig immer wieder frage, was hat das, was ich hier lese mit der restlichen Welt, mit anderen möglichen Perspektiven zu tun? Wie lässt sich dies verorten?

Einladung zur Flüchtigkeit als auch zur gleichzeitigen Vertiefung!

Virtualität und Wirklichkeit – eine philosophische Betrachtung

Dienstag, den 6. April 2010

Vortrag von Prof. Dr. Frank Hartmann

Der Vortrag stammt aus dem Mediensymposion “Leben im Schwarm –Wie das Internet uns verändert” vom 15. März 2010.

Zitat aus dem folgenden Vortrag, (auch) als Antwort auf das “Klagelied” in Frank Schirrmachers Buch: Payback:

In der neuen Ontologie des elektronischen Zeitalters ist die Ordnung der Dinge in den Hintergrund und die Ordnung der Zeichen in den Vordergrund gerückt. Wir würden gut daran tun, eine neue Erkenntnistheorie zu entwickeln, die berücksichtigt, dass wir von der alten platonischen Anmassung befreit sind, welche die Kritik allen Scheins und dessen Rückführung auf ein wahres Sein verlangt.

Kulturpessimismus

Die zunehmende Entwicklung des Denkvermögens wäre ohne Auslagerung repetitiver geistiger Fähigkeiten, von der schon die neuzeitlichen Konstrukteure der Rechenmaschinen geträumt haben, gar nicht möglich (gewesen). Serres spottet über die „neuen und alten Klageweiber“, die mit der Medienentwicklung den Verlust der Mündlichkeit, des Gedächtnisses oder der begrifflichen Fähigkeiten beklagt haben und auch heute wieder beklagen: Sokrates, der die Schrift verteufelt, Sorbonne-Gelehrte, die ihr Latein nicht aufgeben wollen, heutige Professoren, die das Internet als Kulturverlust empfinden (was es ironischer- weise ja auch ist).

Aus: Frank Hartmann: Wissensgesellschaft und Medien des Wissens [PDF]

Mit Twitter auf den Spuren des Dialogs

Montag, den 20. April 2009

Gedanken zu den Potenzialen von Microblogging im Sinne
des “generativen” Dialogs (nach David Bohm)

Bezugnehmend auf den Kommentar von Martin Lindner zum
Blogeintrag:  “Twitter-Tool für Schule & Unterricht:

Man schickt sich eben nicht “Botschaften” direkt, man “veröffentlicht” sie. Man stellt sie in die große Wolke über den Köpfen. Trivial-Haikus, sozusagen, oder auch Alltags-Mikro-News. Es bedeutet einen entscheidenden Schritt weg vom eigenen Ich.

… ist mir spontan wieder der Quantenphysiker David Bohm (1917 – 1992) und seine Arbeiten zum “generativen Dialog” (im Gegensatz zur Diskussion) in den Sinn gekommen. Sehr spannend fand ich, wie ich einiges von dem, was Bohm im Buch: “Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen” beschreibt, mehr als 10 Jahre später in einer Twitter-Community (wenn auch nur ansatzweise) nachvollziehen konnte bzw. auch Potenziale sehe, diese Art Dialog auch in Online-Communities zu praktizieren.

Es lohnt sich also, das Thema “Twitter” auch aus der bohmschen Dialog-Perspektive zu reflektieren. Doch zuerst ein paar Gedanken  zu Bohms Dialog-Verständnis:

Diskussion: hat dieselbe Wurzel wie “Perkussion” und “Konkussion” (Gehirnerschütterung), lateinisch von discutere = zerschlagen, zerteilen, zerlegen

Dialog: (griechisch von Dia = durch, Logos = Wort) für Bohm die Bedeutung eines “freien Sinnflusses, der unter uns, durch uns hindurch und zwischen uns fliesst”. Es geht also beim Dialog eher um Partizipation, um Teilhaben, sich beteiligen, miteinander denken.

Der Dialog (vor allem auch innerhalb einer  Gruppe bzw. Community) ist wie eine Bühne zu betrachten, auf der kollektives Lernen stattfindet und wo ein Gefühl zunehmender Harmonie, Kollegialität und Kreativität entstehen kann.

Es geht also nicht um das Vertreten von Positionen oder das Verteidigen der eigenen Meinungen:  “Es steckt eine Menge Gewalttätigkeit in den Meinungen, die wir verteidigen.” (Bohm, 1998)

Dialog nach Bohm hat etwas erkundendes, etwas erforschendes. Für das Führen eines Dialogs sollen deshalb auch keine strengen Regeln festgelegt werden, denn die Essenz des Dialogs ist Lernen – nicht als Resultat der Aufnahme von Informationen oder Doktrinen, die von einer Autorität festgelegt wurden, und auch nicht als Mittel, eine bestimmte Theorie oder ein Programm zu prüfen und zu kritisieren, sondern als Teil eines fortwährenden Prozesses von kreativem Miteinander unter Gleichgesinnten.

Diese Art von Dialog hat gemäss Bohm zusätzlich noch den Vorteil, dass eine gewisse Entschleunigung in der Kommunikation stattfinden kann, die uns die Möglichkeit gibt, Reaktionen (z.B. Gefühle, Vorannahmen) in-der Schwebe-zu-halten und so auch unsere Denkbewegungen (wie komme ich zu diesem Denken und was sind die Konsequenzen?) zu reflektieren. Diese Eigenwahrnehmung des Denkens nennt man auch Propriozeption. Das Denken sollte also fähig sein, seine eigene Bewegung wahrzunehmen. Nach Bohm sieht sich das Denken (leider) nicht als eine Bewegung. Es sieht sich als die Wahrheit, als etwas, das einfach da ist und uns die “Realität” zeigt, so wie sie ist. Das ist bei den anderen körperlichen Bewegungen nicht so: Wenn ich z. B. den Arm bewege, bin ich mir bewusst, dass ich diese Bewegung initiiert habe und nicht irgend jemand anders. Dem Denken fehlt in der Regel dieses Bewusstsein, es ist also nicht proporiozeptiv, aber hätte – gemäss Bohm – Propriozeption bitter nötig, um z. B. die diversen z.T. komplexen (auch globalen)  Herausforderungen kreativer angehen zu können.

Windspiel-für-48-Stunden-Neukölln-von-JAC&MEYLENSTEIN-13

Quelle: www.flickr.com, Windspiel-für-48-Stunden-Neukölln-von-JAC&MEYLENSTEIN-13

Klangbeispiel: Quelle: http://www.toy-spectrum.de

Welche Grundhaltungen und Rahmenbedingungen sind nun in einem Dialog für Bohm hilfreich? Ich habe diejenigen bohmschen Maximen aufgelistet, wo ich Parallelen, Potenziale und Chancen sehe, den generativen Dialog gerade auch mit den Neuen Medien und mit Microblogging im besonderen zu praktizieren:

1. Die Grundhaltung ist die des Lernen-Wollens,

nicht die des Schon-Wissens.

2. Es braucht einen leeren Raum,

wo wir zulassen können, dass über alles geredet wird, wo es keine Autorität gibt, keine Hierarchie, keine feste Zielsetzung und keine Tagesordnung, also keine Vorschriften etwas tun zu müssen.

3. In-der-Schwebe-halten.

Es ist nicht so wichtig, ob man auf eine Aussage reagiert oder ihr zustimmt oder nicht. Sprechen (bzw. schreiben) ist natürlich wichtig, denn ohne Sprechen gäbe es im Dialog nichts zu erkunden, aber der eigentliche Prozess des Erkundens findet beim Zuhören – den andern und auch sich selber – statt.

Dieses In-der-Schwebe-halten (also nicht oder nicht sofort reagieren zu müssen) halte ich auch beim Twittern für einen wichtigen Aspekt. Es ist zudem mit einer 140-Zeichen-Begrenzung gar nicht möglich so zu argumentieren wie wir es uns in traditionellen Diskussionen (z.B. auch im Chat oder in Foren usw.) gewohnt sind.  Es ist (um auf das obige Bild einzugehen) eher wie bei einem Windspiel: Ein Einhängen, ein Einstellen von  Klangkörpern, wo sich evt. etwas Neues, ein Gesamtklang ergibt, falls die einzelnen Klangkörper mit andern in Berührung kommen. Es kann, muss aber nicht!

4. Partizipierendes Denken und das Unbegrenzte

Nach Bohm sind Begrenzungen relativ und dienen nur beschreibenden Zwecken. Es geht beim partizipierenden Denken um eine andere Art des Wahrnehmens, um das Gefühl, dass Grenzen nicht wirklich Trennungen sind. Zum Beispiel ist der individuelle Körper des Menschen wohl deutlich von anderen getrennt, wenn auch nicht gänzlich, da er mit Luft, Licht und Nahrung verschmilzt. Analog gilt das natürlich auch für unsere Gedanken, die auch ausserhalb unseres Körpers zirkulieren und mit anderen Ideen, Gedanken verschmelzen bzw. sich anreichern.

Eine weitere Bedeutung von partizipierendem Denken besteht darin, dass die Community eine Quelle ist, an der ich teilhabe und wo ich die Möglichkeit habe, einen Beitrag zu leisten, mich zu beteiligen. Bohm hebt auch hervor, dass man sich dazu nicht notwendigerweise persönlich kennen muss. Es geht eher darum, dass wir auf einer anderen Ebene eine Art Band schaffen, das er “unpersönliche Gemeinschaft” nennt.

5. Das eigene Denken beobachten (Propriezeption)

Bohm schreibt dazu:

Das Denken sollte fähig sein, seine eigene Bewegung wahrzunehmen, sich seiner eigenen Bewegung bewusst zu sein. Im Denkvorgang sollte es ein Bewusstsein dieser Bewegung geben, der Absicht zu denken und des Ergebnisses, das dieses Denken erzeugt. Wenn wir aufmerksamer werden, können wir dessen gewahr werden, wie das Denken ein Resultat ausserhalb unserer selbst erzeugt. Und dann wären wir vielleicht auch fähig, dem, was das Denken in uns selbst hervorruft, unsere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Vielleicht könnten wir sogar sofort bemerken, auf welche Weise das Denken die Wahrnehmung beeinflusst.

Microblogging ist asynchron und somit bietet es mir die Chance, mir genügend Zeit zu nehmen und zuzuhören, sowohl nach innen wie auch nach aussen. Es wäre sicher etwas allzu euphorisch zu sagen, dass wir mit Microblogging automatisch auf diese (propriozeptive) Reflexionsstufe kommen. Aber eine gute Uebungsanlage (für diejenigen, die das wollen) ist Microblogging allemal, nämlich das Innehalten und Beobachten zu üben und zu praktizieren, was im Face-to-Face-Kontext sicherlich eine noch grössere Herausforderung darstellt.

It’s our Web…

Donnerstag, den 6. Dezember 2007

 

Eine Initiative von FreeSpeechTV für ein freies Web. Hier die Vision und das Video dazu:

Seizing the power of television to expand social consciousness, FSTV fuels the movement for progressive social, economic, and political transformation. By exposing the public to perspectives excluded from the corporate-owned media, FSTV empowers citizens to fight injustices, to revitalize democracy, and to build a more compassionate world.

 


via: EduFutureBlog