Burnout-Risiko: Einfach mal abschalten!

Misstrauisch beäugt wird, wer nicht kurz vor dem Burnout steht

Mit dem Schimpfen auf die Beschleunigung und der larmoyanten Ablehnung des ach so hektischen Fortschritts schiebt man die Schuld für seine Selbst-Unzufriedenheit auf die böse Technologie. Statt zu fragen, ob man überhaupt fähig ist, mir ihr richtig umzugehen. Statt zu fragen, ob man wirklich das Leben führt, das man führen möchte. Statt zu fragen, ob man sich das ständige Piepen des Smartphones vielleicht selbst ausgesucht hat, um von der eigenen Leere abzulenken. Und also die Abschaffung des piependen Smartphones gar nicht die Lösung des Problems wäre.

 

Es ist sehr praktisch, in der Dreiviertelstunde besinnlichen Nachdenkens am Ende des Jahres dem Handy die Verantwortung für die Ruhelosigkeit aufzudrücken. In Facebook den Grund für die mangelnden Sozialkontakte zu sehen. Das Internet für die Ursache der eigenen, unkonzentrierten Oberflächlichkeit zu halten. Auf diese Weise fühlt man sich weniger schlecht, weil man 500- oder 5000-mal im Jahr die Fehlentscheidung getroffen hat, bloß nochmal kurz in die E-Mails reinzusehen, anstatt zu knutschen, mal wieder ein gutes E-Book zu lesen oder was auch immer zu tun, online, offline, egal – aber selbstbestimmt.

Wenn man nicht hauptberuflicher Eremit ist, lässt sich Selbstbestimmung nur mit richtiger Verwendung von Technologie erreichen, nicht dagegen.

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