Im Rahmen des berufsunterstützenden Attestkurses im Bereich IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien), den ich vom 8. bis 12. Oktober 2007 an der PHTG leitete, hatte ich die Gelegenheit, Stefan Seydel von rebell.tv einzuladen (ein herzliches Dankeschön auch an Peter Heiniger, der zu dieser Einladung das OK gegeben hat) . Es war ein spannender Morgen, der viel zum Nachdenken angeregt hat.
Die TeilnehmerInnen (Dozierende und Studierende des Studiengangs Sekundarstufe II) bauten in den ersten 4 Tagen des Kurses ihr eigenes Blogsystem auf und begannen Erfahrungen zu sammeln zum Thema: Einsatz von Blogs als Reflexionsinstrument im pädagogischen Kontext. Es war mir wichtig, dass das “Tun” im Vordergrund stand und wollte bewusst nicht mit grossen Einführungen und Theorien beginnen. Ich wählte also ganz WEB 2.0 like einen Bottom-Up-Ansatz. Mit Theorien und Modellen haben wir uns erst nach einiger Zeit des Ausprobierens und Experimentierens beschäftigt.

Stefan Seydel im Gespräch mit einer Teilnehmerin
Zudem war mir auch wichtig, dass wir jemandem über die Schulter schauen konnten, der Vblogs, Blogs, Podcasts usw. täglich anwendet und aber selber nicht unbedingt aus dem pädagogischen Kontext kommt. Stichwort: “permeable Lernwelten” (Kerres): “Lasst Schule raus ins Leben und holt Leben rein in die Schule!”
Stefan Seydel von rebell.tv, dachte ich mir, ist dazu die ideale Besetzung
und… es klappte
Die TN erhielten zu Beginn des Kurses den Auftrag, sich mit rebell.tv auseinanderzusetzen und ca. 3 Fragen an Stefan Seydel zu stellen, die in ein Forum auf der Lernplattform ILIAS der PH TG gestellt werden mussten.
Eine zentrale Frage an Stefan Seydel: “Was ist ein Blog?”
Stefan: “Ein Blog ist ein Neologismus.”
Jede/r TN hatte die Möglichkeit, seinen Blog kurz zu präsentieren. Stefan gab wertvolle Hinweise, Tipps und Tricks aus seiner Perspektive.
Formale Kriterien
Stefan: “Ein Blog ist dann gut, wenn nicht nur Links nach Aussen (externe Ressourcen, Links zu anderen Blogs von TeilnehmerInnen usw.) sondern auch Links nach Innen (z.B. zu eigenen, früheren Einträgen) gemacht werden.” Ein Blog besteht nicht aus kompletten Texten oder Schlussberichten, sondern setzt sich eher zusammen aus einzelnen Passagen (à la Passagen-Werke von Walter Benjamin). Oder ein Blog bietet die Möglichkeit, einen sog. Zettelkasten anzufertigen (vgl. Luhmannscher Zettelkasten)
“Ich nehme also etwas auf, lege es ab, mache es linear und kausal und breche es sofort wieder auf mit den Links und zeige, dass ich die Passagen auch ganz anders hätte setzen können.”
Ein kleiner Audio-Ausschnitt vom Donnerstag:
Inhaltliche Kriterien
(gemäss Seydel)
“Selber schauen, ein eigenes Bild machen, Unmündigkeit aufbrechen, indem ich den Mund aufmache und schaue, was da raus kommt, freihändig, nicht einfach repetieren. Ich zeige mir, was ich gesehen habe. Ich interessiere mich was andere sehen, wenn sie auf meine Einträge schauen . Ich verlinke mich in andere Systeme.”
Hier ein 12-Minuten-Input von (((rebell.tv))). Ein so genannter Pretest zum Input vom Donnerstag für alle diejenigen, die nicht dabei waren oder für diejenigen, die es einfach nochmals sehen und hören wollen.
Auch ein Feedback zu den Feedbacks der TeilnehmerInnen kann im Blog von rebell.tv bereits gelesen werden.
Weitere Details zu diesem Kurs bzw. diesem Projekt inkl. Links zu den Blogs der einzelnen Teilnehmenden finden sich auf meinem eigens dafür angelegten IKT-Blog.