Digitale Revolution im hintersten Krachen

5. Februar 2012

Via Scoop.itBildung im neuen Medium

 

Eine sehr schöne Geschichte, wie äussere Umstände wie Naturgewalten und gesellschaftlicher Wandel die Lernkultur beiinflussen und somit auch die Integration von ICT in den Schulunterricht ganz selbstverständlich werden.

 

Guttannen (BE) trotzt mit modernsten Mitteln sinkenden Schülerzahlen und Naturgewalten

Beginnt hier die digitale Revolution im Schulzimmer? Ausgerechnet hier, in einem Dorf im hintersten Berner Oberländer Krachen? Die Strasse, die sich den Weg in Richtung Grimselpass zuerst in Haarnadelkurven windet und dann durch Galerien führt, ist frisch asphaltiert und der Schnee geräumt. Am Wegrand ragen orange Pfosten wie Antennen aus dem meterhohen Schneewall. Es ist kalt wie überall in der Schweiz, minus 15 Grad Aussentemperatur, es schneit etwas, ab und zu drückt die Sonne durch die Wolkendecke. Die Windstille macht die Kälte erträglich. Auf der Fahrt von Meiringen nach Guttannen kreuzt man spätestens ab Innertkirchen nur noch ausnahmsweise Fahrzeuge. Wenn dann doch ein Subaru talwärts die Kurve gefährlich schneidet, entschuldigt sich der Fahrer per Handzeichen. Selbst Mobility-Fahrer werden hier so freundlich gegrüsst wie Einheimische.
Hier müssen die Menschen eben noch zusammenhalten, folgert der Städter in romantischer Anwandlung. Er denkt dabei an all die Bergstürze, Überflutungen und Lawinenniedergänge, die Guttannen in der Vergangenheit ereilten und über die in den Medien landauf, landab immer wieder berichtet wurde. 1999 etwa war das Dorf eingeschneit. Drei Wochen lang ging gar nichts mehr auf der Passstrasse. Post und Lebensmittel brachte der Helikopter. Im 2005 rollte eine Schlammlawine durchs Dorf. Vier Jahre später folgte der Felssturz am Ritzlihorn oberhalb Guttannen, 2010 lösten sich an derselben Stelle über 150 000 Kubikmeter Erd- und Geröllmassen, die auf dem Weg ins Tal Strassen und Galerien beschädigten und nebenbei noch eine internationale Erdgasleitung freilegten. Kampf gegen Abwanderung Genau dieses Katastrophen-Image geht den Guttannern gehörig auf die Nerven. «Die Medien kommen erst dann, wenn es einen Felssturz gibt oder wenn wir eingeschneit sind», beschwert sich die «Bären»-Wirtin. Dann hocke der per Helikopter eingeflogene Reporter des Schweizer Fernsehens in der Gaststube und warte darauf, dass irgendein Guttanner sich direkt in sein Mikrofon über die Unerbittlichkeit der Natur beschwere oder – noch besser sogar! – seinen Umzug ins Unterland bekanntgebe. Doch darauf kann er lange warten. Denn die Guttanner schätzen die Lebensqualität hier oben: Eine intakte Natur, saubere Luft und vor allem viel, viel, viel Ruhe gibt es hier. Zwar bereiten die Abwanderungstendenzen, mit denen viele Berggemeinden zu kämpfen haben, auch den Guttannern Bauchschmerzen. Verschlimmert hat sich die Situation, seit die Angestellten der Grimsel-Wasserkraftwerke KWO von der Vorschrift entbunden wurden, in der unmittelbaren Umgebung ihres Arbeitsortes zu wohnen. Allen voran die Dorfschule bekam dies zu spüren. Seit Jahren schwinden die Schülerzahlen von Guttannen – Klassen müssen zusammengelegt werden, Schulzimmer stehen leer. Drei Schulhäuser gibt es eigentlich in Guttannen. Doch heute würde die Handvoll Kinder – knapp dreissig vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse sind es – in eine Wohnstube passen.
Wer die Schule gleich beim Dorfeingang besucht, bekommt nicht sofort Kinder zu Gesicht. Ein Mädchen kauert alleine im Schnee, ein Knabe sitzt schmollend auf einer Bank vor der Turnhalle. Die doofen Modi haben ihn geärgert. Später gibt es einen Spielnachmittag mit den älteren Bewohnern des Dorfes, danach leitet Urs Zuberbühler, der zusammen mit seiner Frau an der Schule unterrichtet, die IT-Stunde – ein Wahlfach, für das sich fast alle Kinder eingeschrieben haben. Zuberbühler empfängt den Besuch im Lehrerzimmer des Neubaus. Lehrer Zuberbühler blickt aus dem Fenster auf den Pausenhof, wo die Schneemassen aussehen wie eine gigantische Meringue. Ein Dorf braucht eine Schule, sonst verliert es ganz an Attraktivität, sagt er. In der Nachbargemeinde Gadmen ist es beinahe so weit – der dortigen Schule droht die Schliessung. Schneeballschlacht per Skype Man müsste mehr Familien davon überzeugen, nach Guttannen zu ziehen, sagt Zuberbühler, der selbst in der Zürcher Agglomeration aufgewachsen ist. Dabei sei Guttannen der perfekte Ort, um Kinder grosszuziehen. Denn es gebe hier alles, was man zum Leben und Arbeiten brauche, sagt Zuberbühler. Vor allem: Anschluss ans Internet. Das Dorf ist – im Gegensatz etwa zur Nachbargemeinde Gadmen – ans Glasfasernetz angeschlossen. Klar, sagt Zuberbühler, die Natur hier oben könne einem übel mitspielen. Die Kinder aus den abgelegenen Weilern könnten tagelang nicht in die Schule, wenn das Dorf eingeschneit und die Passstrasse zu sei. Aber im digitalen Zeitalter lasse sich auch diese Hürde überwinden. Zuberbühler hat seine Schüler mit Netbooks ausgerüstet. So konnte er die «Ausgeschneiten» im Januar per Skype unterrichten. Auf diese Weise verpassten die Schüler keinen Unterrichtsstoff. Per Videoübertragung half Zuberbühler zum Beispiel bei Mathe-Aufgaben. Und in der Pause stellte er sein Netbook ans Fenster, so dass die Daheimgebliebenen bei der Schneeballschlacht ihrer Kameraden zuschauen konnten. «Video-Teaching» heisst die Vision von Zuberbühler. Sein Traum: Aus dem Schulzimmer nebenan eine Englisch-Stunde zu halten, verbunden mit einer Klasse aus New York. Noch ist das Ganze mehr eine Notlösung. Das Bild ruckelt arg, es gibt Verzögerungen in der Übertragung. Doch das soll bald anders werden. Zusammen mit der Swisscom und der Pädagogischen Hochschule Bern plant Zuberbühler das «Klassenzimmer der Zukunft» (siehe Kasten). Mit modernsten Konferenzschaltungen sei auf diese Weise ab dem kommenden Sommer erster Live-Unterricht möglich. Nebenbei kann so die Schule der Nachbargemeinde Gadmen gerettet werden – per Video-Teaching soll sie virtuell mit der Schule Guttannen verbunden werden.

 

Ein Dorf also im hintersten Krachen? Geografisch gesehen, ja. Doch technologisch wird es bald einmal an den Schulgemeinden des Unterlands vorbei ins digitale Zeitalter ziehen.

 

Quelle: NZZ am Sonntag, Katharina Bracher, Guttannen   http://netbookprojekt.blogspot.com/

Facebook-Studie: Social Media macht nicht dumm

20. Januar 2012

Via Scoop.itBildung im neuen Medium

Facebook und Co. schränken unser Denken nicht ein. Das behauptet jetzt der Facebook-Forscher Eytan Bakshy und er hat eine Studie mitgebracht, die das belegen soll. (RT @CHIP_online: Facebook-Studie: Social Media macht nicht dumm: Facebook und Co.
Via business.chip.de

Clay Shirky: How cognitive surplus will change the world | Video on TED.com

19. Januar 2012

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TED Talks Clay Shirky looks at “cognitive surplus” — the shared, online work we do with our spare brain cycles. While we’re busy editing Wikipedia, posting to Ushahidi (and yes, making LOLcats), we’re building a better, more cooperative world.
Via www.ted.com

Angst sorgt für schlechtere Schulnoten

17. Januar 2012

Via Scoop.itBildung im neuen Medium

Schreckgespenster für Schüler: Versagen, Demütigung und Mobbing…
Via www.pressetext.com

Clay Shirky – Teaching and Learning with Technology

30. Dezember 2011

We have come through a phase where we’ve said let’s take the university and add some internet. That will go great, and what we have discovered is some things go great, but a lot of stuff doesn’t fit.

Because it’s not just about adding new tools to an existing ecosystem, it’s about building a new ecosystem. The way we communicate with each other creates the environment that we share. Changes in the way we communicate with each other change the environment we share. And we are in the middle of a big set of changes.

 

Source: 2011 Teaching and Learning with Technology Symposium

 

 

Burnout-Risiko: Einfach mal abschalten!

28. Dezember 2011

Misstrauisch beäugt wird, wer nicht kurz vor dem Burnout steht

Mit dem Schimpfen auf die Beschleunigung und der larmoyanten Ablehnung des ach so hektischen Fortschritts schiebt man die Schuld für seine Selbst-Unzufriedenheit auf die böse Technologie. Statt zu fragen, ob man überhaupt fähig ist, mir ihr richtig umzugehen. Statt zu fragen, ob man wirklich das Leben führt, das man führen möchte. Statt zu fragen, ob man sich das ständige Piepen des Smartphones vielleicht selbst ausgesucht hat, um von der eigenen Leere abzulenken. Und also die Abschaffung des piependen Smartphones gar nicht die Lösung des Problems wäre.

 

Es ist sehr praktisch, in der Dreiviertelstunde besinnlichen Nachdenkens am Ende des Jahres dem Handy die Verantwortung für die Ruhelosigkeit aufzudrücken. In Facebook den Grund für die mangelnden Sozialkontakte zu sehen. Das Internet für die Ursache der eigenen, unkonzentrierten Oberflächlichkeit zu halten. Auf diese Weise fühlt man sich weniger schlecht, weil man 500- oder 5000-mal im Jahr die Fehlentscheidung getroffen hat, bloß nochmal kurz in die E-Mails reinzusehen, anstatt zu knutschen, mal wieder ein gutes E-Book zu lesen oder was auch immer zu tun, online, offline, egal – aber selbstbestimmt.

Wenn man nicht hauptberuflicher Eremit ist, lässt sich Selbstbestimmung nur mit richtiger Verwendung von Technologie erreichen, nicht dagegen.

Missbrauch von anekdotischer Evidenz

18. Dezember 2011

Missbrauch von anekdotischer Evidenz ist ein logischer Fehlschluss und wird manchmal informell als „jemand der“-Fehlschluss bezeichnet („ich kenne jemanden, der …“ „ich weiß von einem Fall, wo“), vergleichbar mit der vorschnellen Generalisierung. Anekdotische Evidenz ist nicht notwendigerweise typisch. Statistische Evidenz kann genauer bestimmen, wie typisch etwas ist.

via Martin Bartonitz: http://de.gravatar.com/bartonitz

Quelle: http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/06/12/warum-schuler-unsinnig-buffeln-mussen-brief-eines-vaters-an-seine-tochter-zur-erklarung/

 

 

Kompetenzen in der nächsten Gesellschaft: Umgang mit Kontingenz und Komplexität

16. Dezember 2011

“Wir denken darüber nach, wie wir ein möglichst vielfältiges Spielfeld aufbauen können, mit dem Gegner zusammen, um im Nachhinein Fehler korrigieren können.” (zit. nach Dirk Baecker)

 

Ihre These: “Solange man nicht weiß, wie es weitergeht, vergewissert man sich eines Stands der Dinge, auf den kein Verlass ist.” Das müssen Sie erläutern!

Für mich ist das Paradigma dieses Satzes die Untersuchung des amerikanischen Soziologen Eric Leifer über Schach. Er ging davon aus, dass Schachgroßmeister sich dadurch auszeichnen, dass sie mehr Züge ihres Gegners im Voraus berechnen können als der Laie. Leifer hat dann elf solcher Schachmeister befragt: “Sagt mal, wie viele Züge im Vorhinein könnt ihr denn tatsächlich berechnen?” Die haben alle ihre Stirn in Falten gezogen und nach einer gewissen Zeit des Nachdenkens gesagt: “Ja, also, hmm, null bis eins, würden wir sagen.” Da war das Erstaunen groß; denn angenommen hatte man fünf bis sechs. Dann war die zweite Frage: “Und worüber denkt ihr dann so lange nach, wenn das Ergebnis nicht darin besteht, die absehbaren Züge des Gegners zu berechnen?” Die Antwort: “Wir denken darüber nach, wie wir ein möglichst vielfältiges Spielfeld aufbauen können, mit dem Gegner zusammen, um im Nachhinein Fehler korrigieren können.”
Das ist für mich ein Bild dafür, dass der Umgang mit Komplexität, der Umgang mit Kontingenz, eben darin besteht, zu wissen, dass man immer nur in vorübergehend tauglichen Positionen unterwegs ist – und dies nun nicht als Anlass zur Verzweiflung zu nehmen, sondern im Gegenteil zu sagen: Wenn ich mich immer nur in einer vorübergehenden Position befinde, dann kann ich diese Position gerade deswegen sehr ernst nehmen und mir anschauen: Was habe ich denn da produziert? Wo stehe ich gerade? Was ist die Absicht? Welche Leute stimmen mir zu? Welche Leute lehnen mich ab? – Das eben deswegen, weil ich ja schon im nächsten Moment diese Position ändern kann.
Deswegen ist die einzige Instanz, auf die wir uns verlassen können, die des vorübergehenden Ereignisses selber. Das heißt, ich kann das Ereignis nicht mehr ändern, obwohl ich weiß, dass ich ein neues Ereignis produzieren kann, um mir eine andere Welt zu eröffnen.

Ein schönes Bild zum Thema: “Komplexität und Kontingenz” von Dirk Baecker: Das Bild des Schachspielers, der – nicht wie angenommen – gar nie viele Züge im Voraus berechnen konnte, sondern schon immer darauf aus war, Strategien zu entwicklen, um mit Komplexität besser umgehen zu können.

Zitate, Zitate…

28. November 2011


«Das Internet verändert China» – News Digital: Internet – tagesanzeiger.ch

21. November 2011

Der chinesische Regimekritiker Ai Weiwei setzt grosse Hoffnungen auf das Internet. Ohne das Netz wäre er nie zu dem geworden, was er heute sei, sagt der Künstler.

Setzt auf die Kraft des Internets: Ai Weiwei, hier vor einem Gerichtstermin in Peking.

Quelle: Tagesanzeiger